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Geschäftsführung zur SARS-CoV-2 Infektion einer Mitarbeiterin

Andreas Buchold, Geschäftsführer beim Sanitätshaus Gebauer, über die SARS-CoV-2-Infektion einer Mitarbeiterin

Eine Mitarbeiterin von Ihnen hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Welche Maßnahmen haben Sie eingeleitet?

Es ist schon eigenartig mit dem Virus, trotz aller Sicherheitsmaßnahmen findet es ungekannte Wege, sich einzuschleichen. Sicher eine Situation auf die sich jedes Unternehmen mit viel Kundenkontakt einstellen sollte, solange es noch keinen Impfstoff gibt.

Wir hatten uns sofort mit den Gesundheitsämtern abgestimmt, ob und wie wir reagieren müssen. Was die Sache zunächst kompliziert hatte ist, dass gleich drei Gesundheitsämter involviert waren. Die Mitarbeiterin war zufällig in zwei Filialen im Einsatz und ist wohnhaft an einem dritten Ort. Letztendlich hatten wir es aber geschafft, alles so zu koordinieren, um schnellstmöglich die Problematik zu erfassen. Und natürlich hatten wir uns an unseren Pandemieplan gehalten, der für solche Fälle angefertigt wurde. Dieser beinhaltet bspw., wer die Ansprechpartner in unserem Unternehmen sind und wie die interne Kommunikation erfolgen soll. Welche Hygienemaßnahmen getroffen werden und wie die Arbeitsabläufe an diese Situation angepasst werden können, dass der Kunde und der Mitarbeiter die größte mögliche Sicherheit erfährt. Als allererstes wurden durch das Gesundheitsamt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert, die mit der Infizierten Kontakt hatten, damit diese sich selbst direkt in Quarantäne begeben und getestet werden können.

Über wie viele Mitarbeiter sprechen wir hier?

Neben der infizierten Mitarbeiterin betraf dies sechs weitere Kolleginnen und Kollegen, zu denen sie im relevanten Zeitraum Kontakt hatte. Die Tests dieser sieben Personen koordinierten die Gesundheitsämter. Freiwillig haben wir darüber hinaus auf eigene Kosten aber vorsichtshalber auch weitere Mitarbeiter testen lassen. Das galt zudem auch für alle anderen unserer Mitarbeiter, die dies wünschten, damit sie sich dadurch sicher fühlen und damit unsere Kunden und Geschäftspartner sich nach wie vor sicher fühlen können.

Die betroffene Mitarbeiterin wird in dem Zeitraum ja nicht nur Kontakt zu Kollegen, sondern auch zu Kunden gehabt haben?

Richtig. Die Mitarbeiterin hatte dem Gesundheitsamt Informationen zu allen Personen genannt, zu denen Kontakt bestand. Diese wurden unmittelbar im Anschluss durch die Ämter informiert.

Welche Maßnahmen hatten Sie bezüglich Ihrer Kunden getroffen?

Wie schon gesagt: die Sicherheit für unsere Kunden steht natürlich an erster Stelle. Hier gilt alles Mögliche zu tun, um den Kunden zu schützen.

Wir hatten uns schon zu Anfang der Pandemie streng nach allen offiziellen Hygiene- und Schutzregeln aufgestellt. Die aktuelle Situation hatten wir aber zum Anlass genommen, jede einzelne Maßnahme nochmal zu überprüfen. Über alle notwendigen, seit jeher vorhandenen Maßnahmen, gingen wir aber noch einen Schritt darüber hinaus: wir verfügen über eine neue Desinfektions-Nebelanlage, die wir uns im Zuge der Pandemie zugelegt haben, mit der wir z.B. relevante Räumlichkeiten unserer Standorte nochmal gesondert desinfizieren. Bei diesem Vorgang ist nachgewiesen, dass auch Corona- Viren komplett abgetötet werden.

Dennoch waren Sie personell mindestens 14 Tage arg eingeschränkt. Wie konnten Sie das auffangen?

Vorweg: Verschärfend hinzu kam noch, dass noch weitere Mitarbeiter im Urlaub waren sowie weitere Kollegen erst neu sind und noch eingearbeitet werden mussten. Aufgefangen wurde das durch den vorbildlichen Einsatz der übrigen Mitarbeiter. An den Ladenöffnungszeiten änderte sich erstmal nichts. Kurzzeitig kam es vereinzelt zu längeren Wartezeiten bei der Kundenannahme oder nicht terminierten Arbeiten in der Orthopädietechnik sowie zu weiteren Terminverschiebungen. Trotzdem konnten wir die Versorgung unserer Kunden auch in dieser Zeit aufrechterhalten. Hervorzuheben ist: das Team für Klinik-Versorgung war überhaupt nicht betroffen, dieses Team arbeitete seit Beginn der Pandemie weitgehend isoliert. Kleine Einschränkungen gab es im Bereich Tourenplanung und dem Reparatur- und Lieferdienst im Reha Team. Sobald die Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück waren und der Quarantäne entlassen worden sind, entfielen die möglichen Einschränkungen wieder.

 

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